Was ist ein Gesamtvertreter?

Gesamtvertreter sind nicht etwa Vertreter, die besonders viel dürfen, also insgesamt zuständig wären. Im Gegenteil, so bezeichnet man Personen, die für sich allein genommen überhaupt keine Vertretungsmacht haben, sondern nur zusammen handeln dürfen. Eine Vertretungshandlung ist also nur gültig, wenn sie alle die gleiche Willenserklärung abgegeben haben. Dies kann entweder in der Bevollmächtigung so bestimmt werden oder sich aus gesetzlichen Vorschriften ergeben, z.B. § 48 Abs. 2 HGB für Gesamtprokuristen oder § 35 Abs. 2 GmbHG für die Geschäftsführer einer GmbH.

Willenserklärungen gegenüber dem Vertretenen (passive Stellvertretung) sind aber bereits gültig, wenn sie gegenüber einem der Gesamtvertreter abgegeben werden. Dies folgt als § 26 Abs. 2 Satz 2 BGB, der zwar nach seiner Stellung nur für Vereinsvorstände gilt, aber allgemein auf alle ähnlichen Vertretungsgremien angewandt wird.

Was ist eine GbRmbH?

Eine GbRmbH gibt es nicht. Die Idee hinter dieser Konstruktion war, dass man bei einer normaler Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) die Haftungslage einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) herbeiführen kann. Durch die Benennung als GbRmbH sollten mögliche Vertragspartner „vorgewarnt“ werden – wer dann noch mit dieser Gesellschaft Geschäfte abschließt, erklärt schlüssig, mit der Haftungsbeschränkung einverstanden zu sein.

Die Rechtsprechung hat diese Beschränkung so aber nicht anerkannt. Wenn eine Gesellschaft eine andere Haftungsregelung als die der normalen GbR (alle Gesellschafter haften mit ihrem Privatvermögen, § 128 HGB analog) gelten lassen will, muss sie dies mit jedem Vertragspartner gesondert vereinbaren.

Haftet eine GmbH immer nur mit 25.000 Euro?

Nein, eine GmbH haftet immer mit ihrem gesamten Vermögen – ansonsten würde ja kaum jemand Verträge mit einer GmbH abschließen.

Allerdings muss das Stammkapital der GmbH zunächst mindestens 25.000 Euro betragen (§ 5 Abs. 1 GmbHG). Es darf auch später nicht mehr unter 25.000 Euro herabgesetzt werden (§ 58 Abs. 2 Satz 1 GmbHG). Jedoch ist nicht ausgeschlossen, dass der Gesellschaft durch schlechte Geschäfte oder auch schon deswegen, dass ihr Vermögen nach und nach weniger wert wird (z.B. sinkender Zeitwert bei Autos oder Maschinen), irgendwann weniger als 25.000 Euro zur Verfügung stehen. Läuft der Betrieb dagegen gut und das Vermögen erhöht sich (oder es wurde von Vornherein ein höheres Stammkapital aufgebracht), so haftet die Gesellschaft immer mit allem, was sie hat, für ihre Verbindlichkeiten.

Nicht möglich ist dagegen in aller Regel ein Rückgriff auf das Vermögen ihrer Gesellschafter (§ 13 Abs. 2 GmbHG), da die Haftung eben beschränkt ist.